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Wunde Brustwarzen müssen nicht sein PDF Drucken E-Mail

Wunde Brustwarzen, Risse oder gar Schrunden (Rhagaden) können sehr schmerzhaft sein. Sie treten häufig in den ersten Wochen der Stillzeit auf und sind meist Folge von
  • ungünstigen Stillpositionen
  • unkorrektem Anlegen
  • falschem Trinkverhalten des Babys
  • zu kurzem, festem Zungenbändchen
Damit Ihre wunden Brustwarzen (Mamillen) rasch abheilen, hier einige Tipps:

WICHTIG:
Wunde Brustwarzen sind Eintrittspforten für Keime und können rasch eine Brustentzündung auslösen! Hände waschen vor jedem Stillen ist ein MUSS!

Korrektes Positionieren und Anlegen Ihres Babys an der Brust ist das A und O! Achten Sie darauf, dass Ihr Baby Bauch an Bauch zu Ihnen liegt. Ohr, Schulter und Po bilden eine Linie. Unterstützen Sie das Baby und Ihren Arm, in dem das Kind liegt, mit Kissen. Machen Sie es sich so richtig bequem. Wenn das Kind den Mund ganz weit geöffnet hat, ziehen Sie es zu sich heran. Es soll einen "Mund voll Brust nehmen". Nase und Kinn des Babys liegen eng an Ihrer Brust. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie korrekt anlegen, so lassen Sie Ihre Hebamme oder Ihre Stillberaterin einen Blick darauf werfen.

Übrigens: Ihr Baby bekommt auch Luft, ohne dass Sie mit dem Finger auf Ihrer Brust eine Mulde zum Atmen schaffen. Sie vermeiden so das Abdrücken und ungenügende Entleeren eines Milchgangs.
Wechseln Sie häufig die Stillpositionen. In der Wiegenhaltung ist der saugstarke Unterkiefer anders platziert, als in der Rückenhaltung oder beim Liegen. Dadurch werden die besonders schmerzhaften Stellen auf Ihrer Brust nicht in gleichem Ausmaß strapaziert.

Damit das heftige Saugen Ihres Babys zu Beginn einer Stillmahlzeit nicht besonders schmerzt, sollten Sie Ihr Baby in kürzeren Abständen anlegen. Es ist dann noch nicht so hungrig und wird etwas "sanfter" an der Brust trinken. Außerdem ist Ihre Brust dann nicht so prall. Ihr Baby kann die Brustwarze (Mamille) leichter fassen.

Zusätzlich können Sie den Milchspendereflex auslösen (z.B. mit der Hand oder einer Milchpumpe), bevor Sie Ihr Kind anlegen. Auch dann muss Ihr Baby nicht mehr so heftig saugen, denn die Milch fließt ja schon.

Beginnen Sie an der weniger schmerzhaften Brust zu stillen.

Wenn es aufgrund der starken Schmerzen zur Beeinträchtigung des Milchspendereflexes kommt, können Sie auch kurzzeitig 20 min. vor dem Stillen ein stillverträgliches Schmerzmittel einnehmen. Fragen Sie bei uns in der Apotheke nach!

Sind Ihre Schmerzen beim Stillen sehr stark, so kann es für Sie eine Erleichterung bringen, eine "Stillpause" von 1 oder 2 Tagen einzulegen. Um Ihre Milchproduktion aufrecht zu erhalten, benützen Sie am besten eine elektrische Intervallmilchpumpe (z.B. von Medela). Pumpen Sie möglichst in gleichen Abständen, wie Sie sonst Ihr Baby stillen würden. Die abgepumpte Muttermilch können Sie Ihrem Kind mit dem Löffel, einem speziellen Becher oder einer anderen Fütterungshilfe (fragen Sie hier in der Apotheke nach) geben. Ihre Hebamme ist Ihnen sicherlich dabei behilflich. Vorsicht ist geboten beim Füttern der gepumpten Muttermilch mit der Flasche: Das kann zu einer Saugverwirrung bei Ihrem Baby führen, denn Ihr Kind benötigt zum Flaschentrinken eine andere Saugtechnik als an der Brust. Wenn Sie wieder umstellen auf Stillen, kann es durch das andere Saugverhalten besonders während der ersten 6 Wochen erneut zu wunden Mamillen kommen.

Nach dem Stillen die Muttermilch auf den Mamillen antrocknen lassen. Zur Unterstützung der Heilung ist es zusätzlich förderlich, 2mal täglich hauchdünn gereinigtes Lanolin (z.B. von Purelan) aufzutragen.

Bereitet Ihnen allein schon das Anliegen der Kleidung auf Ihren Mamillen Schmerzen, können Ihnen sog. Brustwarzenschoner Erleichterung bringen. Besonders dann, wenn Sie aus dem Haus gehen wollen. Diese Schalen werden nach dem Stillen in den BH eingelegt, lassen Luft zur Heilungsförderung an die Brustwarzen heran und halten die Kleidung fern. Darin aufgefangene Milch sollten Sie allerdings nicht verfüttern. Lassen Sie zu Hause dennoch möglichst viel Luft an Ihre Mamillen.

Zur akuten Linderung können kühlende Hydrogel Pads (z.B. von Medela) angewendet werden.

Wechseln Sie häufig Ihre Stilleinlagen. Ein feuchtes, warmes und dunkles Klima bietet optimale Voraussetzungen für Pilzwachstum.

Heilen Ihre Brustwarzen mit diesen Maßnahmen nicht binnen 1 Woche, so sollten Sie Ihren Gynäkologen, Ihre Hebamme oder eine Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) zu Rate ziehen. Der Gynäkologe sollte abklären, ob Ihre entzündeten Brustwarzen auf einer bakteriellen Infektion beruhen und möglicherweise der Einsatz eines Antibiotikums nötig ist.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema oder anderen Themen rund um's Baby, sind wir Ihnen gerne behilflich!
Ihr Team der Pharao Apotheke






 

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    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.